23.05.2024
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Theresa Hummel

Die Qual der Berufswahl: Welcher Beruf passt zu mir?

Es ist eine der ersten großen Entscheidungen im jungen Leben: die Berufswahl. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl, dass jetzt die Weichen gestellt werden. Doch wie hat sich das Thema Berufswahl im Laufe der Jahre verändert? Und wer oder was gibt Orientierung bei der Suche? Manchmal hat man vielleicht Vorbilder oder Unterstützer für die richtige Wahl. Es gibt aber beispielsweise auch Berufstests, die Hilfestellung bieten können.

Die Qual der Berufswahl: In welche Richtung soll es gehen?

Beim Thema Berufswahl stehen heute viele Türen offen (iStock/Eoneren)

Berufswahl im Wandel der Zeit

Im Mittelalter war eine freie Berufswahl nahezu undenkbar. Man wurde in seinen Beruf geboren. Der Sohn des Metzgers wurde ebenfalls Metzger. Der Kaufmannssohn wurde vom Vater in die Geschäfte eingeführt und schon früh mit auf Reisen genommen. In Bauernfamilien übernahmen Kinder ebenfalls in jungen Jahren Verantwortung. Denkt man an Frondienste und Leibeigenschaft, gab es keine andere Wahl. Die geringste Wahlfreiheit hatten Frauen. Ihre Lebensaufgaben umfassten die Versorgung der Familie und bestenfalls noch die Unterstützung des Mannes beim Ausüben seines Berufs.

Mehr Wahlfreiheit ab dem 19. Jahrhundert

Erste Ansätze für eine freie Berufswahl finden sich in Deutschland in der Paulskirchenverfassung aus dem Jahr 1849. Bis zum wirklichen Grundrecht auf freie Berufswahl sollten aber noch mehr als 100 Jahre vergehen. In unserem Grundgesetz von 1949 ist verankert, dass jede*r Deutsche das Recht hat, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Für Frauen gilt dies ohne Einverständnis des Ehemannes erst seit 1977. Das Grundgesetz schafft also die Basis für die freie Berufswahl. Es hilft aber leider nicht dabei, den passenden Beruf zu finden.

Ein Überblick im Berufe-Dschungel

Es ist also nicht verwunderlich, dass der Psychologe John L. Holland in den 70er Jahren Abhilfe schaffen wollte. Er entwickelte für die Berufswahl das Interessen-Modell RIASEC. Dieses Modell dient dazu, Interessen zu identifizieren und zu strukturieren, um sie mit entsprechenden Berufen zu verknüpfen. Eine gute Passung soll so zu höherer Arbeitszufriedenheit, größerem beruflichen Erfolg und einer förderlichen Karriereentwicklung führen.

RIASEC

Jeder Buchstabe steht für eine Interessenrichtung. R(ealistic) beschreibt alles, was in die praktisch-technische Richtung geht. Hier stehen beispielsweise handwerkliche Berufe im Fokus. I(nvestigative) betrifft die intellektuell-forschenden Berufe, beispielsweise Labortätigkeiten. A(rtistic) umfasst die künstlerisch-sprachliche Richtung. Hier steht Kreativität im Mittelpunkt, wie sie in Kunst, Musik, Schauspiel und Literatur zum Ausdruck kommt. S(ocial) steht für die sozialen Interessen. Hierunter fallen Berufe wie Lehramt oder Krankenpflege. E(nterprising)beschreibt unternehmerische Berufe wie Immobilienmakler*in oder auch Autohändler*in. Last but not least gehören zu C(onventional) geordnete, traditionelle Aufgaben. Eine Tätigkeit in der Bank zählt hier ebenso dazu wie juristische Berufe.

Vom Modell zum passenden Beruf

Wie so oft: Die richtige Mischung macht’s! Nach der systematischen Erfassung der Interessen durch einen Test lassen sich Code-Kombinationen bilden. So identifiziert man die Berufsfelder, die für die Person auf Basis ihrer Interessen besonders geeignet sind. Das RIASEC-Modell gehört bei Personalrezepte zur fundierten Grundlage unserer Berufsberatung . Somit steht der passenden Berufswahl nichts mehr im Weg.

 

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